Ehrenamt

Ehrenamtliche Arbeit im Kinderschutzbund – qualifiziert und unbezahlbar

Was würde den Kindern und ihren Familien in Saarbrücken fehlen, wenn sich unsere Ehrenamtlichen nicht in so großer Zahl für den Kinderschutzbund engagieren würden?

Ohne Ehrenamtliche würden Kinder z.B. in Notsituationen niemanden zum Reden haben. Kinder, deren Eltern sich getrennt haben, würden vielleicht auf Jahre hin einen Elternteil nicht mehr sehen können. Unserer Kinder-Kleider-Kammer würde verwaisen und die Schulkinder würden alleine vor dem Lese Text sitzen und ihn nicht verstehen, lesen, schreiben oder aussprechen, sie würden vor den schwierigen Mathematikaufgaben schwitzen und vielleicht den Mut verlieren. Doch zum Glück gibt es sie: die Menschen, denen es nicht egal ist, ob Kinder in ihrer Stadt oder Gemeinde im Leben zurechtfinden, die wissen, dass Kinder manchmal besonders beschützt werden müssen. Und die einen Teil ihrer wertvollen Stunden einfach so verschenken – in einer Zeit, in der eigentlich so viele keine Zeit haben.

Von Anfang an mit Herzblut dabei

Das Ehrenamt hat im Kinderschutzbund OV Saarbrücken eine ganz besondere Bedeutung. Der Verein ist selbst aus bürgerlichem Engagement heraus entstanden. Mit den Jahren haben sich die Angebote immer weiter professionalisiert und immer mehr hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten eingestellt werden. Doch unsere 250 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind immer noch in der großen „Überzahl“, und das ist etwas Besonderes. Unsere Ehrenamtlichen sind nicht nur unterstützend tätig, sie sind eine tragende Säule unserer professionellen Kinderschutzbundarbeit im Regionalverband Saarbrücken.

Ehrenamtliche und Hauptamtliche: Nur zusammen gelingt es

Die Arbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen geht bei uns im Kinderschutzbund immer Hand in Hand in den verschiedenen Angeboten. Unser Vorstand zum Beispiel arbeitet ehrenamtlich und hat einen hauptamtlichen Geschäftsführer eingesetzt. Dieser regelt das operative Geschäft und ist sowohl für Ehrenamtliche als auch Hauptamtliche zuständig. Eins wird dabei sehr deutlich: Wir sehen Ehrenamtliche nicht als „Hilfskräfte“ oder „Unprofessionelle“, sondern sie sind ein integraler Bestandteil unserer Organisation. Wir unterteilen nicht in Profis und Laien, sondern das Ergebnis der Arbeit ist für uns wichtig. Ist das Ergebnis qualitativ gut, wird auch die geleistete Arbeit als professionell bewertet – und zwar unabhängig davon, ob sie von Haupt- oder Ehrenamtlichen stammt.

In welchen Bereichen können sich Ehrenamtliche engagieren?

Menschen, die ehrenamtlich arbeiten möchten, finden bei uns ganz unterschiedliche Arbeitsfelder. Natürlich gibt es Tätigkeiten, für die nur fachlich qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Frage kommen, zum Beispiel, wenn sozialpädagogisches oder psychologisches Fachwissen gefordert ist oder in besonderen Krisensituationen. Doch für Ehrenamtliche stehen viele Einsatzfelder zur Verfügung, wo sie auch im Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Eltern aktiv werden können, z.B. bei der „Nummer gegen Kummer“, beim KJT, ET und JbJ, beim Förderprojekt für Vor- und Grundschulkinder, der Kinder – Kleider – Kammer, beim Büchermarkt, bei der Unterstützung beim Betreutem Umgang (BU), bei der Öffentlichkeitsarbeit, bei Kinderfesten und noch Vieles mehr… Für die verantwortungsvollen Aufgaben im Kinderschutzbund gibt es für die meisten Arbeitsbereiche Schulungen oder Supervisionen. Zu Beginn ihrer Tätigkeit legen sie zudem ein erweitertes Führungszeugnis vor. Nicht weil wir ihnen misstrauen, sondern, weil wir gemeinsam hohe fachliche Standards in unserer Arbeit für Kinder und Familien wollen. Im Kinderschutzbund nennen wir das „qualifiziertes Ehrenamt“.

Ehrenamtliche Mitarbeit bei Nummer gegen Kummer

Die Mitarbeit bei Nummer gegen Kummer steht prinzipiell jedem offen. Allerdings muss zunächst eine ca. 80 stündige Ausbildung absolviert werden. Während dieser Ausbildung werden die zukünftigen Beraterinnen und Berater im Rahmen von Selbsterfahrung, dem Erlernen und Üben von Gesprächsführungs- und Beratungstechniken sowie durch die Auseinandersetzung mit Themen, die für die Beratung von Kindern und Jugendlichen/Eltern bedeutsam sind, auf die ehrenamtliche Beratungstätigkeit am Telefon vorbereitet.

Wir freuen uns, wenn Sie Interesse haben als Beraterin oder Berater am Telefon mitzuwirken. Wenn Sie Kindern und Jugendlichen/Eltern zur Seite stehen, sie entlasten und mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen möchten, Verständnis haben für jugendliche Verhaltensweisen, psychisch belastbar sind und auch Provokationen angemessen begegnen können, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.